Es gibt verschiedene Acrylat-Wundkleber, die sich durch ihr
Abbindeverhalten und ihre Festigkeit unterscheiden. EPIGLU ® ist
ein Ethyl-2-Cyanoacrylat. Dieses Acrylat härtet besonders
schnell aus und schließt auch Wundränder, die unter
Spannung stehen.
Sind Gewebekleber teurer als die traditionelle Wundversorgung
mit Nadel und Faden?
Die landläufige Meinung, dass Wundkleber grundsätzlich
teurer sind als Nadel und Faden trifft bei EPIGLU ® nicht
zu. Der Ethyl-2-Cyanoacrylatkleber wird in Tuben mit 3g Inhalt
angeboten, die zum Mehrfachgebrauch bestimmt sind. Da mit jeder
3-g-Tube mindestens 20 Wunden versorgt werden können,
ergibt sich ein Preis pro Anwendung, der deutlich unter dem
der traditionellen Wundversorgung liegt. Berücksichtigt
werden muss auch noch, dass keine Anästhesie notwendig
ist und der Patient nicht mehr zum Fädenziehen einbestellt
werden muss.
Schließt die Mehrfachanwendung von EPIGLU ® aus
den Tuben Infektionen aus?
Ja, denn EPIGLU ® wird mit Einmal-Feindosierpipetten aufgetragen,
die nach Gebrauch entsorgt werden. Außerdem wurde in
einer Untersuchung des renommierten Instituts Fresenius festgestellt,
dass " EPIGLU ® keinen Nährboden für Keime
darstellt und sogar hemmend auf eingebrachte Keime wirkt."
Kann bei der Anwendung von EPIGLU ® auf eine
Subkutannaht verzichtet werden?
Nein, Wundkleber sind grundsätzlich zum Verschluss der
Hautoberfläche vorgesehen. Wenn aufgrund der Situation
eine Subkutannaht notwendig ist, muss sie auch gelegt werden.
Welche Wunden können mit EPIGLU ® versorgt
werden?
Mit EPIGLU ® können alle Schnitt-, Platz- und Operationswunden
(unabhängig von der Länge) geklebt werden, die nicht
mehr bluten, nicht infiziert und nicht älter als 6 Stunden
sind. Besonders geeignet ist EPIGLU ® auch für die
Versorgung von Wunden, die durch Entfernungen von Hautläsionen
oder Exzisionen (Basaliome, Naevi, Altersflecken, Keratosen,
Xanthelasmen, Warzen und vieles mehr) entstanden sind. EPIGLU ® kann
auch auf der Mundschleimhaut angewandt werden. Von der Versorgung
großer Schürfwunden mit Wundkleber ist abzusehen!
Warum soll EPIGLU ® in mehreren
Schichten aufgetragen werden?
Da sich alle Wundkleber von der gesunden Umgebungshaut leichter
ablösen, ist es sicherer, nach der primären Wundklebung
noch zwei bis drei dünne Schichten aufzutragen, jede Schicht
etwas großflächiger als die vorherige.
Die erste, direkt auf die Wunde aufgebrachte Schicht ist in
ca. 10 Sekunden ausgehärtet und fixiert die Wundränder
sicher. Weitere Schichten härten - je nach Dicke - in
2 bis 3 Minuten aus. Nach der primären Wundversorgung
durch den Arzt, können die weiteren Schichten vom Fachpersonal
aufgetragen werden.
Warum ist der Heilungsprozess nach
der Wundklebung beschleunigt?
Mit dem Ethyl-2-Cyanoacrylat-Kleber sind Wunden infektionssicher
verschlossen, die Wundränder liegen auf der gesamten Länge
der Wunde eng aneinander, der Heilungsprozess wird dadurch
beschleunigt. Hässliche Narben werden vermieden und erfahrungsgemäß kommt
es nur sehr selten zu Keloiden. In einer Studie bewerteten
33% der Patienten die Narbenbildung nach der Klebung besser
als nach einer Naht.
Warum fühlt sich der Patient nach der Wundversorgung
mit EPIGLU ® besser?
Da keine Stichkanäle vorhanden sind und keine Schmerzen
durch Zugspannung auftreten, sind die Patienten wesentlich
schmerzfreier. 28% der Patienten gaben an, weniger Schmerzen
zu haben als nach einer Naht.
Was muss der Patient nach der Behandlung
mit EPIGLU ® beachten?
Der Patient kann sofort seiner gewohnten Hygiene (waschen/duschen)
nachgehen und ist wieder arbeits- oder spielfähig. Trotzdem
empfehlen wir bei Kindern oder nervösen Patienten ein
Pflaster auf die versorgte Wunde zu kleben, damit der weitgehend
schmerzfreie Patient die Kleberschicht nicht abzieht.